Ich freue mich immer über neue Lokale, die in Wien ihre Pforten öffnen. Es gibt doch nichts Angenehmeres als eine große Vielfalt an verschiedenen kulinarischen Genüssen erleben zu können. Das, was mir allerdings ein wenig abhanden kommt ist eine wirkliche Vielfalt, wie ich sie schon andernorts erlebt habe. Verschiedenste Lokale unterschiedlichster Kulturen und Völker, Nationen oder sogar derer Regionen haben sich fast nahtlos aneinander gereiht.
Nicht so ganz in Wien, wo wir doch ab und zu richtig suchen dürfen und müssen, um etwas exotischeres finden zu können als Meeresfrüchte, die am Vortag noch lebendig in Italien oder Kroation ihr Dasein gefristet haben oder asiatische Schmankerln in unscheinbaren und kaum begehbaren Lokalen. Die Novitäten finden sich häufig im Bereich Pizza und Pasta.
So auch nun im ersten Wiener Gemeindebezirk in der Fahnengasse. Vapiano heißt der neue „Trend“. Lokal Nr. 4 hat in Wien seine Pforten geöffnet. So neu, dass die Lokalität bis zum heutigen Tag noch nicht einmal auf der eigenen Website angezeigt wird.
Die Idee dahinter scheint doch recht einfach zu sein: Standardisierte Preise für einzelne Kategorien innerhalb derer man seine Gerichte im Self Service-Bereich fast eigenständig zubereiten lassen kann. Prinzip und Durchführung scheinen auch ohne Zweifel zu funktionieren. Meiner Meinung nach ist die Art dieses fast-“Fast-foods“ (vulgo „Systemgastronomie“) eine ausgesprochen ansprechende Form auch für Low-Budget-Genießer bzw. für jene, die nicht gerne zu Hause den Kochlöffel schwingen wollen.
Qualitativ braucht man wahrscheinlich keine allzu großen Sorgen zu haben. Die Pasta werden frisch zubereitet, je nach Geschmack gewürzt. Die Auswahl an Variationen ist absolut nicht zu bekritteln und kann sich sicherlich mit anderen Pasta-Tempeln messen.
Pizza kann man aber auch woanders essen. Geschmacklich hervorragend, wird man allerdings vom leider nicht so flaumigen Teig (u.a. am Rand!) etwas enttäuscht sein.
Die Getränkeauswahl ist sicherlich ausgewogen und dem eines Italo-Restaurants absolut entsprechend. Vielleicht könnte man die Auswahl durch etwas wärmere Rotweine ergänzen. Ich musste schon ein wenig warten, bis ich die passende Trinktemperatur zu spüren bekam.
Wo ich noch ein wenig Nachholbedarf habe sind die Dolce. Außer einem Dänischen Eis habe ich noch nichts probieren können/wollen.
Die größte und damit markanteste Enttäuschung erfuhr ich allerdings beim Service. Anscheinend sind die Mitarbeiter im Pasta-Bereich ein wenig überfordert, wenn um 22 Uhr eine handvoll Gäste (um genau zu sein 4!) gleichzeitig ihre Bestellungen abgeben. Leider wurde ich bereits zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen auf unhöfliche Art zum Warten aufgefordert, was mir persönlich den Appetit merklich vergehen ließ.
Diesen schmerzlich unangenehmen Aspekt kann mir die Qualität der Pasta leider nicht aus dem Sinn schlagen, auch wenn diese „al dente“ gekocht sind. Ich hoffe, dass das Team sich dessen bewusst wird und ein wenig an seinen Umgangsformen arbeitet. Ich werde irgendwann in der nächsten Zeit nochmals dort einkehren.
Aller Guten Dinge sind drei, wie man so schön sagt.
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#1 von Michael am 10. Juni 2009 - 08:38
Also ich hab’s auf der Homepage gefunden: hier. Blöd ist nur, dass man bei vapiano die Lokale nummeriert und nicht die Bezirke angibt, dadurch ist der Vapiano in der Herrengasse als „Wien III“ angeschrieben!