Die Österreicher sind doch schon ein oft seltsames Völkchen. Geht es schlecht, dann wird geraunzt, geht bzw. scheint es gut zu gehen, dann werden wir euphorisch. Zwei Extreme, die wir leben. Zwei Extreme, denen wir keinen Durchschnitt zubilligen wollen.
Auch jetzt ist es wieder einmal Euphorie, die sich in Österreich breit macht. Eine Euphorie, die auch auf einer jahrzehntelangen gegenseitigen Abneigung, deren Wurzeln schon fast nicht mehr zu erkenen sind, beruht. Der „David“ (Österreich) möchte endlich wieder den „Goliath“ (Deutschland) eine empfindliche Niederlage zufügen. Das ewige „Brüderduell“ Österreich-Deutschland findet einen neuen Höhepunkt beim letzten Gruppenspiel beider Nationalteams bei der diesjährigen EURO.
Wir erleben hier einen schon beinahe „Hurra-Patriotismus“, ein durchaus akzeptabler Vergleich, leitet er sich u.a. aus kriegseuphorischen Verhaltensweisen vor allem österreichischer und deutscher Kriegsbefürworter ab. Und es herrscht Krieg. Ein Krieg der Worte, der gerade jetzt wieder den fruchtbarsten Nährboden zu haben scheint. Viele Medien rufen zur Hetze gegen Deutschland auf und sparen damit nicht gerade mit deftigen Kommentaren. Umgekehrt verhält es sich kaum anders, belächelt doch (fast) jeder Deutsche die österreichischen Fußballkünste.
Ich muss gestehen, dass ich auch gelächelt habe. Es war ein erzwungenes Lächeln, das mir öfters im Hals stecken blieb. Dennoch habe ich endlich wieder ein Nationalteam erlebt, dass sich zumindest gefunden hat. Mögen Katblütigkeit, Kaltschnäuzigkeit, Killer-Instinkt, Treffsicherheit, Gelassenheit, Ruhe, etc. allen Spielern in diesem Spiel wie ein Geistesblitz durch Mark und Bein fahren und dazu beitragen eine dreißigjährige Eintagsfliege letztendlich zu eliminieren.
Schreibt richtig nachhaltig Geschichte!
Ich wünsche es ihnen.
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