…war einer jener bekannten Sprüche, mit denen Sir Winston Churchill sich in vielen Gehirnen verbal verewigte. Ich selbst habe durchaus Erfahrung mit Leistungssport, bin auf jeden Fall in der Lage sportliche Höchstleistungen zu bewundern. Manchmal muss ich aber Churchills Gedanken auch Glauben schenken, vor allem dann, wenn Sportarten- und/oder -ereignisse, die nicht jedermann interessieren, einem bereits übersättigten sportinteressierten Publikum offeriert werden.
Nun gut, nennen wir das Publikum nicht übersättigt, nennen wir es einseitig interessiert, je nach Saison verschieden. Formel 1 interessiert schon lange nicht mehr: Kein charismatischer, mit Ecken und Kanten, durch Leistungen bestechender Fahrer, der auch den einen oder anderen Skandal verursacht. Niki Lauda hat erst kürzlich davon erzählt, was für Streiche die Fahrer untereinander gespielt haben. Spektakuläre Rennen gibt es meist nicht. Wen lockt schon ein Rennen ohne offensichtliche Risikobereitschaft jedes einzelnen Fahrers hinter dem Ofen hervor? Sind wir doch einmal ehrlich: Wir bestehen doch förmlich darauf, dass sich ein so hoch bezahlter „Sportler“ regelrecht durch riskante Aktionen sein Geld verdient und gerade deswegen sein Leben gefährdet.
Ski-Alpin ist ob der bisherigen rot-weiß-roten Vorherrschaft auch monoton geworden. Doch seitdem (Zitat Hermann Maier) „das Material immer mehr mit dem Läufer denn umgekehrt fährt“ kommt es wieder zu vermehrt riskanten Ski-Rennen. Ich erinnere an Scott McCartneys Horrorsturz im Zielschuss der Streif, Uli Maiers Todesfahrt in Garmisch vor vielen Jahren, Silvano Beltramettis Querschnittslähmung oder Matthias Lanzingers Beinverlust in Norwegen.
Die Zuschauer sind einfach Sensationsgeil. Tragische Schicksale sind das Salz in der Suppe, das dem bereits emotionslosen Fernsehjunkie ein wenig Abwechslung bringt. So pervers das klingen mag, aber ohne derartige Zwischenfälle werden Höchstleistungen in so mancher Augen wieder wertvoll.
Wenn schon vor Jahren Rainhard Fendrich mit „Es lebe der Sport“ eine Hymne an die sportliche Risikobereitschaft veröffentlicht hat, so hat er mit absoluter Präzision den tatsächlichen Charakter (auch österreichischer) Fernsehzuschauer getroffen. Aber das Interesse an Sport im Fernsehen wird zum Glück immer größer. Ein eigener Sportkanal ist doch das beste, das allen Sport-Interessierten passieren kann.
Doch der in Österreich existierende Sportkanal wird prinzipiell als Wetterkanal und Wiederholungskanal diverser Gesundheits- und Heimatsendungen verwendet. Der Film- und Serienkanal wird als Sportsender (mit immer gleichartigen Sportübertragungen) missbraucht und der dem öffentlichen Auftrag zugedachte zweite Kanal wird mit Serien, Talkshows und Ähnlichem vollgestopft, dass man eigentlich noch einen vierten und einen fünften Kanal benötigt, um die ursprüngliche Ordnung wieder herzustellen.
Dass jetzt die EURO 2008 im Vordergrund steht, ist natürlich logisch. Selbst ich bin, obwohl manchmal Leidtragender der Auswirkungen unserer Wiener Fanzone, auch an so manchem Spiel interessiert und freue mich, wenn ein tolles Spiel über die Mattscheibe flimmert. Doch wer kann mir garantieren oder bestätigen, dass ganz Österreich regelmäßig – damit meine ich mehrmals die Woche – außerhalb solcher Großereignisse wie EM oder WM, uninteressante Partien, die nicht einmal ausverkaufte Stadien zeigen, ansehen wollen? Champions League Spiele, die, in Ermangelung österreichischer (Top-)Clubs, den Profit hauptsächlich jener nicht-österreichischer Clubs steigern, mehr Interessenten hätten als vielleicht spannende Dokumentationen oder Serien, Filme, etc…? Warum wird also nicht der so hochgelobte Sportsender, der seit der Einführung von DVB-T in schon fast ganz Österreich verfügbar ist, für eben solche Sportübertragungen verwendet?
Sei es wie es sei, meine eigene Leistungsbereitschaft und Wille den inneren Schweinehund zu überwinden ist mir nach wie vor lieber, als ständig anderen bei der Erbringung auch so mancher unnötiger Leistungen zuzusehen. Dennoch freue ich mich schon auf die Olympischen Spiele und werde auch ein wenig mit unseren Sportlern mitfiebern, egal ob das alles jetzt in China stattfindet oder nicht.
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