Arnhem, ein geschichtsträchtiger Ort im Zweiten Weltkrieg war jene Stadt, in der Mitte September zwei Konzerte von André Rieu stattfanden.
40 Paare flogen mit mir von Wien nach Düsseldorf, von wo wir von einer sehr netten Mitarbeiterin von André Rieu nach Arnhem begleitet wurden. Professionalität wird von André Rieu immer erwartet. Professionalität kann bei André Rieu und seinen Mitarbeitern immer erwartet werden.
Der Gelredome, das Stadion von Vitesse Arnhem, wurde für das Event in kürzester Zeit hergerichtet. Mit einem Fassungsvermögen von ungefähr 25.000 Zuschauern war es für die meisten, wenn nicht sogar für alle Tänzer eine interessante Herausforderung vor einer derart großen Masse aufzutreten. In Wien waren ja bei den Specials in Schönbrunn 2006 oder am Michaelerplatz 2007 nicht einmal annähernd so viele Besucher.
Das Motto des Abends, New York Memories, wurde von einem atemberaubenden Chor unterstrichen. „The Harlem Gospel Singers“ waren an diesem Abend nicht nur in gewohnt professioneller Manier im Rampenlicht. Ihre mitreißende Art hat das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen.
Die Show war, wie jedes andere Rieu Konzert ein Spektakel. Feuersäulen, die den Höhepunkt bei Ravels Bolero fast schon in den Schatten stellten, Holländische Dudlsackbläser, Standing Ovations, Walzer tanzende Paare bei Österreichs heimlicher Nationalhyme, dem Donauwalzer, fast schon fanatisch anmutende Zuschauer, die es kaum erwarten konnten zur Bühne zu stürmen, als die Zugaben mit dem Radetzky Marsch eingeleitet wurden,…
…und natürlich die Klassiker der Harlem Gospel Singer.
Für mich war es das erste Mal, dass ich diesen weltberühmten Chor gehört habe.
Obwohl sie schon öfters in Wien waren, konnte ich keinem einzigen Konzert dieser stimmgewaltigen Burschen und Mädels beiwohnen. Und wie das Leben so spielt, habe ich nicht nur dem Gesang lauschen dürfen, ich konnte alle Sänger persönlich kennenlernen.
Das sind wohl die Vorteile von Akteuren im Backstage-Bereich: Wir laufen uns andauernd über den Weg, wechseln so zwischendurch das eine oder andere Wort und schlussendlich sitzen wir gemeinsam bei der After Show Party und scherzen über die erfolgreich gezeigte Performance. Obwohl die umherstehenden Betrachter meinen wollten, dass die Komplimente, die wir uns gegenseitig machten, eventuell nur Höflichkeitsfloskeln sein könnten, war alles ehrlich gemeint. Meine Begeisterung über die Stimmen und Gesänge wurde in gleicher Weise von den Harlem Gospel Singers erwidert, als es um Walzer, Quadrille oder Polka ging: Sie alle haben Backstage genauso wie das Publikum zugesehen und lautstark applaudiert, als unsere Paare auf der Bühne zu den Klängen von André Rieus Orchester getanzt haben.
„We keep in touch!“, wie man so schön sagt. Und wenn sie wieder in Wien sind, dann bin ich sicher auch live dabei.









