Im usprünglichen Artikel habe ich von tödlichen Reitunfällen und dem Verhalten einzelner rund um Reitsport erzählt.

Wie damals, hat sich an folgender Tatsache nichts geändert: Berichtet wird in den Medien nur, wenn dem Reiter ein tragisches Unglück widerfährt. So geschehen Mitte August (12-jähriges Mädchen bei Ausritt tödlich verunglückt) oder gerade erst gestern, wo es wieder zwei Unfälle gegeben hat, vovon einer erneut tödlich geendet hat.

Zum ersten Unfall gab es sicherlich auf Grund des Alters des Mädchen ein gewaltiges Medienecho. Ein tragisches Ereignis. Aber wer trägt bei solchen Unfällen die Verantwortung?

Zunächst einmal sollte bei Minderjährigen (gleich welchen Alters!) immer zumindest eine Aufsichtsperson und eine Begleitperson dabei sein. Warum komme ich auf drei Personen? Sollte einem der drei etwas passieren, so gibt es immer noch einen, der sich um die Pferde und einen anderen, der z.B. Erste Hilfe leisten, bzw. Hilfe herbei holen kann. Was aber daran besonders wichtig ist: Man kann sich eben um den Verletzten besser kümmern.

Natürlich ist alles immer leichter gesagt als getan, aber bei uns hat sich diese Praxis mehr als nur einmal bewährt.

Anzumerken sei noch, dass wir diese Praxis auch bei Ausritten von volljährigen Reitern zu 90% praktizierten. Alleinige Ausritte gab es nicht so häufig, wenn aber doch, dann auf einer festgelegten Route, die alle kannten und jeder im Notfall nachvollziehen konnte.

Ändert aber nun ein sog. Pferdeführerschein etwas an zukünftigen Unfällen? Ehrlich gesagt: Nein. Die meisten von uns haben ja ihren „Pferdeführerschein“ ja schon längst gemacht. Nur heißt er nicht „Führerschein“, sonder „Reiterpass“ .

Dieser Reiterpass kann jederzeit erweitert weden. Die nächste Stufe ist die Reiternadel, danach der Wanderreiter bis hin zum Wanderreitführer. Wenn aber nun die Ausbildung zum Reiterpass nicht ausreichend durchgeführt wird und die Reiter lediglich zum Erwerb des Abzeichens befähigt sind und zu nichts mehr, dann sind der Sinn und Zweck des Reiterpasses einfach nicht mehr gegeben.

Da drängt sich fast der Vergleich mit der Platzreife beim Golfspielen auf, die man schon aus Profitgier einiger Golfplatzbetreiber zu so günstigen Konditionen erhält, dass der „Spieler“ gerade die Platzreifeprüfung schafft, von allem anderen aber keine Ahnung hat und damit andere Spieler am Platz eher gefährden kann.

Vergessen wir aber nicht, dass jede Gruppe immer so stark ist, wie ihr schwächstes Glied und jeder Teil einer Gruppe einen anderen (oder alle) durch sein Verhalten in Gefahr bringen kann.

Daher plädiere ich für eine eher verbesserte Grundausbildung, die genaue Prüfungsabnahme zu all den erforderlichen Abzeichen, insb. dem Reiterpass (nicht so, dass man gerade ein Pferd unterm Hintern hat, das alles von alleine abspult!), und, womöglich das Wichtigste, viel, viel Praxis , bevor es a) das erste Mal ins Gelände geht und b) immer wieder während der reiterlichen Laufbahn.