…war rasch vorbei!
Einundneunzig Minuten Film haben ein jähes Ende gefunden. Der Film hätte durchaus mehr an zusätzlichen Szenen vertragen, um den Plot über Wasser zu halten.
Man kann nicht von Langeweile reden, auch nicht von Kurzweile. Der Film liegt irgendwie in der Mitte. Gelacht habe ich schon bei einigen Szenen, manchmal frei heraus, manchmal in Erwartung der lustigen Sequenz, manchmal, weil das Publikum rundherum gelacht hat, und ich zwangsläufig mitgerissen wurde.
Der Beginn entlockt mir ein einigermaßen erzwungenes Schmunzeln, als Carter (Chris Tucker) als strafversetzter Streifenpolizist mit Musik in den Ohren den Verkehr regelt und damit zwangsläufig eine Massenkarambolage verursacht.
Zum Glück kommt die Verfolgungssequenz, die, relativ spannend inszeniert, die Story offen hält, dem Zuschauer einiges an Vermutungen entlockt und beide „Freunde“ wie durch Zufall wieder zusammenbringt.
Humor, der teilweise aus der Konservendose stammt, Akrobatik, die in früheren Jackie Chan Filmen keinen so großen „Wow“-Effekt ausgelöst hätte, wie jetzt. Sicher, Chan wird auch nicht jünger, was bedeutet, dass man halt mit der Story ein wenig nachhelfen könnte. Wieso dann aber aufgewärmte und teilweise unbeholfen wirkende Späße wie in der Kung Fu Schule oder am Pariser Flughafen?
Ein Aufgebot an Altstars kann nur bedingt das Niveau anheben, deren Rollen sind nämlich viel zu weit neben der Handlung angesiedelt. Hätte man die Charaktere des französischen Botschafters (Max von Sydow), zumindest aber die des französischen Kommissars (Roman Polanski) mehr in die Handlung integriert, wären vielleicht Lee und Carter nicht immer an vorderster Front die einzigen Helden, der Handlung hätte aber eine Kooperation USA-RF-PRC sicher gut getan.
Das ist schade für einen Plot, der für Chris Tucker und Jackie Chan sicher ideal beschaffen ist: Der langjährige Freund von Inspektor Lee, Botschafter Han, wird bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt. Lee verfolgt den Attentäter, der sich als sein früherer Waisenhaus-Bruder herausstellt. Als klar wird, dass die Drahtzieher des Anschlages, die chinesischen Triaden, von Paris aus die Fäden ziehen wird Lee von seinem alten Freund Carter in die französische Hauptstadt begleitet, wo am Eiffelturm (wie sollte es anders sein!) der Showdown stattfindet.
Wem die Story einfach zu schnell vorangetrieben wird, der empfindet so ähnlich wie ich. Übergänge, die einen plötzlich von ein in ein anderes Szenario verfrachten, lassen vieles offen. Vielleicht gibt uns die DVD mit ihren tollen Extras mehr Aufschluss darüber, was uns eventuell an zusätzlichem Material vorenthalten wurde.
Sehr positiv empfunden habe ich, dass nicht nur in Studios sondern auch an Originalschauplätzen gedreht wurde. Das macht die ganze Sache viel attraktiver und zeigt uns, dass wir in Europa weitaus schönere Locations als in Amerika haben, auch wenn Paris vielleicht auch schon etwas abgedroschen sein könnte und der Eiffelturm auch schon oft genug ein Highlight in diversen Filmen war.
Wer also die Trilogie vollständig gesehen haben will, sollte sich den Film im Kino ruhig ansehen, bei aller Vorfreude werden sich die Begeisterungsstürme aber mit Sicherheit in Grenzen halten. Sollte der Film in absehbarer Zeit über unsere Bildschirme zu Hause flimmern, dann hat der Zuseher zumindest 87 Minuten (Anm.: Der Nachspann wird sicherlich wieder gekürzt…
!) an normaler aber leichter Abendunterhaltung zu erwarten, die man sich so zwischendurch einfach einmal „reinziehen“ darf.
Ach ja: In China ist Rush Hour 3 verboten… (siehe hier) !?!?!?
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