Kaffee einmal anders: Der gute alte Mocca

VonDominik Truschner

Kaffee einmal anders: Der gute alte Mocca

Genau genommen geht die Bezeichnung „Mocca“ (auch Mokka oder Moka) auf die Hafenstadt Al Mukeh, dem Umschlagplatz für Kaffee am Roten Meer zurück. Der Durchschnittsbürger versteht meist den Griechischen (Türkischen) Kaffee darunter, die Wiener Kaffeehausbesucher einen besonders starken schwarzen Kaffee, meist einen Espresso.

Zwischen Griechischem und Türkischen Kaffee gibt es auch noch kleinere Unterschiede. Grundlegend ist deren Zubereitung aber ident, indem 1-2 TL fein gemahlener Kaffee mit 1-2 TL Zucker und Wasser in einem speziell galvanisiertem Kupferkännchen aufgekocht wird und in kleineren vorgewärmten Tassen serviert wird. Beim Türkischen Kaffee werden eventuell noch ein paar Tropfen Rosenwasser zur Abrundung des Geschmacks zugegeben.

Ein anderer Unterschied liegt angeblich in der Mahlstärke des Kaffees, die vielen Überlieferungen zufolge aus der Zeit der Osmanischen Herrschaft über Griechenland herrührt. Während der ohnehin schon fein gemahlene „Türkische“ Kaffee in den diversen Ibriks und Cezves Osmanischer Obrigkeiten landete, war es den unterjochten Griechen nicht erlaubt Kaffee zu besitzen. Um nun ebenfalls in den so beliebten und weit verbreiteten Kaffeegenuss zu kommen haben die in den Kaffeeröstereien und -mühlen arbeitenden Griechen nach „Dienstschluss“ den in großen Mengen vorhandenen Kaffeestaub eingesammelt, der höchstens verbrannt , bzw. weggeworfen wurde.

Das Aufbrühen von Kaffee (ˈkafe, kaˈfeː- türk. kahve aus arab.قهوةqahwa „anregendes Getränk“; auch: Wein) ist die wohl älteste bekannte Art Kaffee zuzubereiten. Herkunft ist in den arabischen Ländern, woher auch die Bezeichnung „Arabischer Mokka“ kommt. Der Kaffee wird ebenfalls in kleinen Küpferkännchen aufgebrüht, letztendlich mit einer Prise Zimt oder Kardamon gewürzt und heiß, aber nicht gesüßt serviert.

Natürlich kann man den Griechischen (Türkischen) Kaffee auch ohne, bzw. mit mehr Zucker aufbrühen. Gewartet werden muss danach trotzdem, da der Kaffeesud sich noch setzen darf.

Vergleicht man jetzt den Zeitaufwand beim Aufbrühen mit dem bei einem maschinell hergestellten Kaffees/Espressos, dann liegt der Maschinenkaffe weit vorne. Dennoch ist das Aufbrühen von Kaffee nicht nur als einfaches „Kaffeekochen“ zu verstehen. Es ist fast schon wie eine Zeremonie zu verstehen, die auch einiges an Aufmerksamkeit erfordert. Aufgebrühter Kaffee überkocht recht rasch und dann darf man kräftig schrubben.

Dass der Liebhaber von Griechischem (Türkischem) Kaffee jetzt aber dauernd einen Haufen heiße Asche zum Kaffeeaufbrühen zur Verfügung hat, kann durchwegs bezweifelt werden. Ideal wäre dazu ein Gasherd, bzw. ein kleiner Gaskocher, bei dem die Hitze manuell reguliert werden kann.

Welcher Kaffee nun der beste sei, ist auch hier reine Geschmackssache. Allerdings gibt es für den richtigen Mocca, so wie er in Griechenland oder der Türkei gebrüht wird jeweils eine, bzw. mehrere spezielle Marken, die sich in den jeweiligen Ländern einer großen Beliebtheit erfreuen dürfen. Häufig werden aber Äthiopische oder Jemeneitische Sorten verwendet. Wer will, der kann auch andere Sorten verwenden, sofern diese staubfein gemahlen wurden.

Die Röstung sollte relativ stark sein. Milde Kaffees erfüllen geschmacklich sicher nicht das gewünschte Erlebnis, können aber gerne verwendet werden, wenn man z.B. nur koffeinfreien oder sog. Schonkaffee verträgt.

Um nun auch eine weit verbreitete Meinung zu relativieren sei hier noch folgendes angemerkt: Bei einem Espresso ist der Koffeingehalt im Gegensatz zu meinem geliebten Griechischen Kaffee weitaus geringer.

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